Samstag, 13. November 2004
Zusatzinfo zu Newsletter aus Purkersdorf (11/04)
community, 00:51h
12.11.2004 oder der Tag in Schwarz und Rot:
Eigentlich meinerseits als normal und zurechnungsfähige Kolleginnen nahmen sich heute frei.
Urlaub für Mode. Begrenzte Stückzahlen des gut durch seine eigene Marketingfirma gehypten Gottkönig der Mode, Karl Lagerfeld, sollten nicht die anderen ergattern.
Diesmal ging die schwedische Modekette Hennes & Mauritz oder wie der Döblinger in mir sagt Ha end Ehm einen anderen Weg der Kleidungsvermarktung. Eigentlich ist H&M dafür bekannt die Schnitte berühmter Modemacher nachzuschneidern. Nun hält erstmals einer der ganz Großen Einzug bei H&M. Man(n) läßt nicht nachschneidern sondern sucht diesmal gleich den direkten Weg.
Irgendwie drängt sich mir da der Vergleich mit Hofer auf, dort wo auch nur einige wenige Stücke technischer Errungenschaften pro Filiale an den Mann gebracht werden, diese aber schon um 09.05 Uhr ausverkauft sind. Aber eigentlich nicht das was ich erzählen wollte.
Wo war ich?
Ah ja bei .... K. Lagerfeld wird Hennes & Mauritz laut Eigenangaben eine preisgünstige Kollektion designen. Für das Label "Karl Lagerfeld for H&M" soll Lagerfeld rund 30 Modelle entwerfen. Im November könnten diese bereits in die Geschäfte kommen.
Dies verlautbarte man schon Ende Oktober zumindest aus der Presseaussendung, was damals immerhin schon ein Seitenblickethema war, aber weiter im P-Text:
Die "Karl Lagerfeld for H&M"-Linie ist eine einmalige Kollektion. Laut der österreichischen Unternehmenssprecherin Hilda Grandits werden die Preise für die Stücke normale H&M-Preise haben, aber nicht die günstigsten.
Für H&M ist die Verpflichtung eines Haute-Couture-Designers eine Premiere. Bisher setzte das Unternehmen erfolgreich darauf, seine eigene Ware durch Werbekampagnen mit Models wie Cindy Crawford, Claudia Schiffer und Naomi Campbell und dem Filmschauspieler Johnny Depp bekannt zu machen.
Das machte die 1947 gegründete Firma in den vergangenen beiden Jahrzehnten zu einem der größten Modeanbieter der Welt mit 950 Geschäften rund um den Globus.
Lagerfeld arbeitet derzeit für insgesamt drei Marken. Am längsten hält er der italienischen Marke Fendi die Treue, für die er schon in den 60er Jahren mit dem Entwerfen von Pelzen anfing.
Seit 21 Jahren steht der Mann aus Hamburg auch für die französische Traditionsmarke Chanel. Daneben hat Lagerfeld auch stets ein eigenes Label, das bis in die 90er Jahre "Karl Lagerfeld" hieß und heute als "Lagerfeld Gallery" firmiert.
bla, bla, bla wer was wann wo und dann......
14,90 Euro kostet jetzt ein Höschen aus feinem Georgette-Krepp, das ab 12. November bei der Modekette H & M zu kaufen sein wird. Ein Preis, der für den schwedischen Konzern - zumindest was Unterwäsche anbelangt - im oberen Preissegment liegt. Für ein echtes Lagerfeld-Teil ist das Höschen aber ein Schnäppchen. Genauso wie die anderen Teile aus der 30 Modelle umfassenden Damen- und Herrenkollektion, die "Kaiser Karl" für H & M designt hat.
Die Kooperation von Karl Lagerfeld mit H & M, die seit ihrer Bekanntgabe so viel Staub aufwirbelte wie sonst eine ganze Modesaison nicht, ist der vorläufige Höhepunkt einer Entwicklung, die mit den Allzweckuniformen Jeans, T-Shirt und Sneakers begann und mit dem Boom der hippen und gleichzeitigen günstigen Ketten wie Zara, GAP, Mango oder eben H & M ihre Entsprechung am Verkaufssektor fand. High und Low sind sich im Modebereich so nahe gekommen wie nie zuvor. Auch wenn sich die Designlabels beinahe krampfhaft bemühen, unverwechselbar zu bleiben - zumindest was ihre Preisgestaltung anbelangt.
Lange meinte man, die Mode würde, was die Auflösung der Kategorien anbelangt, eine Art Sonderrolle spielen. Während U und E zu Kategorien wurden, die höchstens noch betagte Hofräte interessieren, während Rock und Pop Einzug ins Feuilleton hielten oder Alltagskulturen in die Universität, blieb die Trennung zwischen den höheren Designsphären und den massengefertigten Standardfetzen strikt erhalten. Das ist schon seit einiger Zeit nicht mehr so.
und P-Text Ende
Richtig, denn vor kurzem war ich samt bester Freundin im Volksgarten zur Vorführung der neuen Herbst- / Winterkollektion von Don Gil eingeladen.
Eine Woche später war eine Ladung eines bekannten Unterhosen-Labels im Club del Mar im MQ angesagt und da sollte noch jemand sagen wir Wienerchen sind nicht an Mode interessiert, wenn schon das gemeine Clubbing-Bussi-Bussi-Geher-Klientel mit Mode-Shows angeheizt wird.
Zugegeben die Don Gil Mädchen wurden auch bei jedem gratis Martini schöner und schöner - egal gehört hier nicht her und ist auch eine andere Geschichte.
Apropos Geschichte, da geht unsereins vom stressigen Modeevent noch in die benachbarte Babenbergerpassage und muss doch glatt zusehen wie sich die weibliche beste Freundin so ein nettes "Schneckchen" fängt was zuvor noch bis zur Short auf dem Laufsteg gestiefelt ist. Glück muss man eben haben oder eben Frau.
So hat jeder was davon, zumindest von der Mode.
"H & M ist in erster Linie ein Geschäft, in dem man die Grundnahrungsmittel in Sachen Kleidung bekommt, Brot-und-Butter-Mode also", hatte die Chefdesignerin des Konzerns Margareta van den Bosch die Grundphilosophie der Kette einmal auf den Punkt gebracht. Mit schlichten Tops, einfachen Blazern, mehrlagigen Kleidern und einigen wenigen herausstechenden Elementen wie einer mit Pailletten besetzten Damenjacke oder einem klassischen Wollmantel, für die man bei Chanel gut das 20-fache hinblättern müsste, bedient Lagerfeld ein Publikum, das für Extravaganz und Exklusivität weniger Interesse hat.
"Das grauenhafte Wort ,exklusiv' klingt nach Mottenkiste. Heute gibt es nur noch zwei Wörter: erschwinglich und unerschwinglich", sagt der Modemacher, und: "Modisch müssen beide richtig liegen."
Auf dem Wege einer, wenn man es positiv wenden will, Demokratisierung der Mode (Skeptiker sprechen von Uniformierung), ist mit Lagerfelds Vorstoß mit Sicherheit ein neues Kapitel eröffnet worden. Eines, von dem derzeit wohl alle Beteiligten nur profitieren können. Wirklich spannend wird es aber erst, wenn sich auch andere an Lagerfelds und H & Ms Fersen heften werden. Dann gerät nämlich wirklich ein System ins Wanken.
So rufen wir Dir zu: Lieber Gottvaterdermode bitte tu´s nicht, sonst wird es bald keine Laufstege mehr in Rom, Mailand oder Paris geben.
Apropos geben da kommt sie mit großen Schritten und einem 50 Jahre altem Buch daher - richtig die Buchwoche:
Wer noch schnell Infos zum Gratisbuch haben möchte kann dies auf dieser Seite tun:
http://www.einestadteinbuch.at/2004/index.html
Wer ein Simmel Fan ist, sollte sich auch den
21.11.2004 / 11.00 Uhr
vormerken, denn dann kommt Herr S. zu einer Mantinee ins Wiener Volkstheater und diskutiert mit Peter Huemer über seine Jahre in Wien.
Eintritt frei übrigens und nur wenn Ihr Sonntags nichts besseres vorhabt!
Dort kann man sich auch das 50 Jahre alte Buch noch zusätzlich signieren lassen (und es schön auf ebay unseren germanischen Nachbarn verkaufen, richtig Ihr wisst es schon, das wär auch schon wieder eine ganz andere Geschichte).
Feine Grüße aus Wien Döbling
Martin Unger
Eigentlich meinerseits als normal und zurechnungsfähige Kolleginnen nahmen sich heute frei.
Urlaub für Mode. Begrenzte Stückzahlen des gut durch seine eigene Marketingfirma gehypten Gottkönig der Mode, Karl Lagerfeld, sollten nicht die anderen ergattern.
Diesmal ging die schwedische Modekette Hennes & Mauritz oder wie der Döblinger in mir sagt Ha end Ehm einen anderen Weg der Kleidungsvermarktung. Eigentlich ist H&M dafür bekannt die Schnitte berühmter Modemacher nachzuschneidern. Nun hält erstmals einer der ganz Großen Einzug bei H&M. Man(n) läßt nicht nachschneidern sondern sucht diesmal gleich den direkten Weg.
Irgendwie drängt sich mir da der Vergleich mit Hofer auf, dort wo auch nur einige wenige Stücke technischer Errungenschaften pro Filiale an den Mann gebracht werden, diese aber schon um 09.05 Uhr ausverkauft sind. Aber eigentlich nicht das was ich erzählen wollte.
Wo war ich?
Ah ja bei .... K. Lagerfeld wird Hennes & Mauritz laut Eigenangaben eine preisgünstige Kollektion designen. Für das Label "Karl Lagerfeld for H&M" soll Lagerfeld rund 30 Modelle entwerfen. Im November könnten diese bereits in die Geschäfte kommen.
Dies verlautbarte man schon Ende Oktober zumindest aus der Presseaussendung, was damals immerhin schon ein Seitenblickethema war, aber weiter im P-Text:
Die "Karl Lagerfeld for H&M"-Linie ist eine einmalige Kollektion. Laut der österreichischen Unternehmenssprecherin Hilda Grandits werden die Preise für die Stücke normale H&M-Preise haben, aber nicht die günstigsten.
Für H&M ist die Verpflichtung eines Haute-Couture-Designers eine Premiere. Bisher setzte das Unternehmen erfolgreich darauf, seine eigene Ware durch Werbekampagnen mit Models wie Cindy Crawford, Claudia Schiffer und Naomi Campbell und dem Filmschauspieler Johnny Depp bekannt zu machen.
Das machte die 1947 gegründete Firma in den vergangenen beiden Jahrzehnten zu einem der größten Modeanbieter der Welt mit 950 Geschäften rund um den Globus.
Lagerfeld arbeitet derzeit für insgesamt drei Marken. Am längsten hält er der italienischen Marke Fendi die Treue, für die er schon in den 60er Jahren mit dem Entwerfen von Pelzen anfing.
Seit 21 Jahren steht der Mann aus Hamburg auch für die französische Traditionsmarke Chanel. Daneben hat Lagerfeld auch stets ein eigenes Label, das bis in die 90er Jahre "Karl Lagerfeld" hieß und heute als "Lagerfeld Gallery" firmiert.
bla, bla, bla wer was wann wo und dann......
14,90 Euro kostet jetzt ein Höschen aus feinem Georgette-Krepp, das ab 12. November bei der Modekette H & M zu kaufen sein wird. Ein Preis, der für den schwedischen Konzern - zumindest was Unterwäsche anbelangt - im oberen Preissegment liegt. Für ein echtes Lagerfeld-Teil ist das Höschen aber ein Schnäppchen. Genauso wie die anderen Teile aus der 30 Modelle umfassenden Damen- und Herrenkollektion, die "Kaiser Karl" für H & M designt hat.
Die Kooperation von Karl Lagerfeld mit H & M, die seit ihrer Bekanntgabe so viel Staub aufwirbelte wie sonst eine ganze Modesaison nicht, ist der vorläufige Höhepunkt einer Entwicklung, die mit den Allzweckuniformen Jeans, T-Shirt und Sneakers begann und mit dem Boom der hippen und gleichzeitigen günstigen Ketten wie Zara, GAP, Mango oder eben H & M ihre Entsprechung am Verkaufssektor fand. High und Low sind sich im Modebereich so nahe gekommen wie nie zuvor. Auch wenn sich die Designlabels beinahe krampfhaft bemühen, unverwechselbar zu bleiben - zumindest was ihre Preisgestaltung anbelangt.
Lange meinte man, die Mode würde, was die Auflösung der Kategorien anbelangt, eine Art Sonderrolle spielen. Während U und E zu Kategorien wurden, die höchstens noch betagte Hofräte interessieren, während Rock und Pop Einzug ins Feuilleton hielten oder Alltagskulturen in die Universität, blieb die Trennung zwischen den höheren Designsphären und den massengefertigten Standardfetzen strikt erhalten. Das ist schon seit einiger Zeit nicht mehr so.
und P-Text Ende
Richtig, denn vor kurzem war ich samt bester Freundin im Volksgarten zur Vorführung der neuen Herbst- / Winterkollektion von Don Gil eingeladen.
Eine Woche später war eine Ladung eines bekannten Unterhosen-Labels im Club del Mar im MQ angesagt und da sollte noch jemand sagen wir Wienerchen sind nicht an Mode interessiert, wenn schon das gemeine Clubbing-Bussi-Bussi-Geher-Klientel mit Mode-Shows angeheizt wird.
Zugegeben die Don Gil Mädchen wurden auch bei jedem gratis Martini schöner und schöner - egal gehört hier nicht her und ist auch eine andere Geschichte.
Apropos Geschichte, da geht unsereins vom stressigen Modeevent noch in die benachbarte Babenbergerpassage und muss doch glatt zusehen wie sich die weibliche beste Freundin so ein nettes "Schneckchen" fängt was zuvor noch bis zur Short auf dem Laufsteg gestiefelt ist. Glück muss man eben haben oder eben Frau.
So hat jeder was davon, zumindest von der Mode.
"H & M ist in erster Linie ein Geschäft, in dem man die Grundnahrungsmittel in Sachen Kleidung bekommt, Brot-und-Butter-Mode also", hatte die Chefdesignerin des Konzerns Margareta van den Bosch die Grundphilosophie der Kette einmal auf den Punkt gebracht. Mit schlichten Tops, einfachen Blazern, mehrlagigen Kleidern und einigen wenigen herausstechenden Elementen wie einer mit Pailletten besetzten Damenjacke oder einem klassischen Wollmantel, für die man bei Chanel gut das 20-fache hinblättern müsste, bedient Lagerfeld ein Publikum, das für Extravaganz und Exklusivität weniger Interesse hat.
"Das grauenhafte Wort ,exklusiv' klingt nach Mottenkiste. Heute gibt es nur noch zwei Wörter: erschwinglich und unerschwinglich", sagt der Modemacher, und: "Modisch müssen beide richtig liegen."
Auf dem Wege einer, wenn man es positiv wenden will, Demokratisierung der Mode (Skeptiker sprechen von Uniformierung), ist mit Lagerfelds Vorstoß mit Sicherheit ein neues Kapitel eröffnet worden. Eines, von dem derzeit wohl alle Beteiligten nur profitieren können. Wirklich spannend wird es aber erst, wenn sich auch andere an Lagerfelds und H & Ms Fersen heften werden. Dann gerät nämlich wirklich ein System ins Wanken.
So rufen wir Dir zu: Lieber Gottvaterdermode bitte tu´s nicht, sonst wird es bald keine Laufstege mehr in Rom, Mailand oder Paris geben.
Apropos geben da kommt sie mit großen Schritten und einem 50 Jahre altem Buch daher - richtig die Buchwoche:
Wer noch schnell Infos zum Gratisbuch haben möchte kann dies auf dieser Seite tun:
http://www.einestadteinbuch.at/2004/index.html
Wer ein Simmel Fan ist, sollte sich auch den
21.11.2004 / 11.00 Uhr
vormerken, denn dann kommt Herr S. zu einer Mantinee ins Wiener Volkstheater und diskutiert mit Peter Huemer über seine Jahre in Wien.
Eintritt frei übrigens und nur wenn Ihr Sonntags nichts besseres vorhabt!
Dort kann man sich auch das 50 Jahre alte Buch noch zusätzlich signieren lassen (und es schön auf ebay unseren germanischen Nachbarn verkaufen, richtig Ihr wisst es schon, das wär auch schon wieder eine ganz andere Geschichte).
Feine Grüße aus Wien Döbling
Martin Unger
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